Braut traut sich mit viel „Walla-Walla“
Hochzeitsmesse
im Graf-Zeppelin-Haus (GZH) zeigt die neusten Trends

Braut traut sich mit viel „Walla-Walla“
Von Sarah Schababerle
Friedrichshafen Das Jahr ist noch ganz jung, da
stecken viele Paare bereits im Hochzeitsstress. Ob im Mai oder im September
– gut Ding will Weile haben und vor allem gut vorbereitet sein.
Welcher Fotograf passt am besten zu uns? Nehmen wir einen DJ oder doch
lieber die Vier-Mann-Band? Trauringe aus Gold oder Platin? Ein bisschen
Orientierung im Fragendschungel rund um den schönsten Tag im Leben bot die
Hochzeitsmesse, die die Häfler Tanzschule No. 10 bereits zum 15. Mal im
GZH organisierte.
Bereits der Empfang war glamourös: Eine breite Marmortreppe umrahmt von
glitzernden Kronleuchtern ließ die heiratswilligen Gäste geradezu in
den Ausstellungsbereich hinunter schweben. Etwa 40 Brautmodegeschäfte,
Juweliere, Fotografen, Blumenhändler und Konditoren aus der Region
hießen sie vor einem breiten Bodenseepanorama willkommen. „Das
Schöne an dieser Messe ist eigentlich das Graf-Zeppelin-Haus
selbst“, erklärt Veranstalter Thomas Schütze. „Das wirkt
schon wie bei einer Hochzeit und ist nicht wie in einer großen
Messehalle.“
Von diesem ganz besonderen Flair ließen sich auch Sabrina Albano und
Benjamin Schöller inspirieren, die für ihre Hochzeit im August vor
allem Ideen für die Tischdekoration und die Hochzeitstorte suchten.
„Es ist schön übersichtlich“, freut sich die
zukünftige Braut aus Tettnang. Ihr Brautkleid hat sie schon vor der Messe
gefunden – wie es aussieht, wird natürlich nicht verraten. „Im
Trend liegen gerade Brautkleider mit viel Walla-Walla“, erklärt Gisela
Püschner Dehoff von Brautmoden in Tettnang und meint damit ausladende
Kleider mit viel Tüll, Organza und glitzernden Stickereien. Oben herum
dürfe es aber durchaus figurbetont sein, weiß die Modeberaterin, die
für jeden Geschmack etwas im Programm hat. „Aber schlicht ist auch
noch angesagt.“
Italien heiratet in Schwarz
Dagegen hat Mann es doch wesentlich einfacher mit der Auswahl seines Anzugs
– sollte man meinen. Doch Johannes Binzberger vom gleichnamigen
Herrenausstatter in Friedrichshafen weiß: Anzug ist nicht gleich Anzug.
„Es ist eine Frage der Zielsetzung“, erklärt Binzberger, der
die Maßanzüge ganz nach den individuellen Wünschen seiner
Kunden fertigen lässt. „Viele Männer möchten ihren
Hochzeitsanzug später als Ausgehanzug oder im Beruf tragen – mit
einem Gehrock gehen Sie natürlich nicht ins Büro.“ Klassische
Farben seien schwarz oder braun, häufig werde im Futter, Hemd oder in der
Weste die Farbe des Brautkleids wieder ausgegriffen. Der italienische Trend,
ganz in Schwarz zu heiraten, habe sich hierzulande noch nicht durchgesetzt.
Mario Laetsch hat sich da noch nicht festgelegt, schließlich soll der
Anzug ja zum Kleid seiner Verlobten Milla Fleischhauer passen. Die beiden haben
es mit den Vorbereitungen bisher eher ruhig angehen lassen. „Wir heiraten
im Juni, und jetzt haben wir gehört, man sollte sich da schon
beeilen“, sagt die Braut. „Da wird man schon nervös. Die
festliche Stimmung hier, mit Musik im Hintergrund – da will man am
liebsten gleich in die Flitterwochen.“
(Erschienen: Schwäbische Zeitung Friedrichshafen 09.01.2012 10:00)